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Kinder in ihrer Ich-Identität und in ihrer Bezugsgruppen-Identität zu stärken ist das erste Ziel Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung. Was ist damit gemeint? Die Stärkung eines Kindes in seiner Ich-Identität muss seine Identifikation mit den Bezugsgruppen berücksichtigen, in deren Mitte es aufwächst. Das bedeutet, den Begriff von Individualität zu erweitern um das, was die Familienkultur eines Menschen kennzeichnet. Die Familienkultur ist das ganz besondere Mosaik von Wertvorstellungen und Gepflogenheiten, von Alltagsgestaltung und Sinngebung, von Sprachgebrauch und Beziehungspflege, das mit dem Begriff „Nationalkultur“ nicht zu fassen ist.

Ein kleines Kind identifiziert sich zunächst mit seinen Bezugspersonen: Mit den Menschen, die zu seiner Familie gehören. Sie sind seine erste Bezugsgruppe. Im Kindergarten erlebt es eine weitere Gruppenzugehörigkeit, als Krippenkind oder als Kind in der „Sonnengruppe“ o.ä. Auch diese neue Umgebung wirkt als Spiegel: Sie sagt dem Kind nicht nur etwas über sich selbst, sondern auch über seine Familie. Wird ihm gespiegelt, dass es willkommen ist mit den Erfahrungen, die es von zuhause mitbringt, dass man ihm und seiner Familie Interesse entgegenbringt, dass sie zusammen etwas Wichtiges beitragen können und dass seine Gedanken und Gefühle zählen, so wird es sich bestätigt und gestärkt fühlen: „Ja, ich bin richtig, wie ich bin! Ich gehöre zu meiner Familie und ich gehöre hierher, beides ist richtig und gut.“

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  Kinder in ihrer Ich- und Bezugsgruppen-Identität stärken (27 KB)
   
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Im zweiten Ziel der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung kann man damit beginnen, die anderen Kinder und Eltern im Kindergarten kennen zu lernen – und im Blick auf die ganze Gruppe etwas von der Vielfalt an Familienkulturen erfahren (Ziel 2), die in jedem Kindergarten repräsentiert ist. Bei der Repräsentation von Vielfalt gilt im Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung das didaktische Prinzip „Von den Gemeinsamkeiten zu den Unterschieden“ . Anzusetzen ist immer an Erfahrungen oder Merkmalen, die alle teilen: Jedes Kind hat einen Namen, hat eine Familie, hat Freunde, hat mal Angst. Von hier aus können die Unterschiede besprochen werden, z.B. die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem eigenen Namen. Manche werden wegen ihres Namens gehänselt, manche erleben, dass er immer falsch ausgesprochen wird und wieder andere sind stolz auf ihren Namen, denn es ist der ihrer Oma oder er hat die Bedeutung „die Königliche“! Ein solches Thematisieren von Vielfalt unterscheidet sich wesentlich von „touristischen“ Ansätzen, die in der interkulturellen Arbeit nach wie vor verbreitet sind: Gemeint ist die vorübergehende Beschäftigung mit einer „anderen Kultur“, etwa in Projektwochen, die in der Art eines touristischen Ausflugs etwas „Typisches“ erfahrbar machen sollen, wonach man wieder zum „Normalbetrieb“ zurückkehrt, häufig mit weiteren Stereotypen und gefestigten Vorurteilen über „die Anderen“. In der vorurteilsbewussten Arbeit ist die Vielfalt das „Normale“, das im Alltag thematisiert werden muss. Geschieht dies, so über das genaue Beschreiben und Kennenlernen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
 
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  Kindern den Umgang mit Vielfalt ermöglichen (Projektmaterialien 2006, 4 S) (37 KB)
   
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Diskriminierung und Ausgrenzung schadet allen:
Ein Kindergarten, in dem Kinder aufgrund eines bestimmten Merkmals ihrer Identität Abwertung und Ausgrenzung erfahren, ohne dass Erwachsene eingreifen und ihnen beistehen, ist kein guter Ort des Aufwachsens. Er ist es weder für die ausgegrenzten Kinder noch für die anderen. Hier zu sein ist für die einen mit einer unmittelbaren Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens und damit ihrer Lernmotivation verbunden. Und alle Kinder verstehen: Hier wird man nicht geschützt, von den Erwachsenen ist keine Hilfe zu erwarten. Kinder brauchen aber Hilfe bei Übergriffen, bei verbalen wie körperlichen Aggressionen oder anderen Einschränkungen ihres Wohlbefindens. Es ist falsch, ihre Beschwerden als „Petzen“ zurückzuweisen. Ausgrenzung und Diskriminierung sind schwerwiegende Probleme, die Kinder nicht unter sich lösen können.

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  Ziel 3: Kritisch werden gegenüber Einseitigkeiten, Vorurteilen und Diskriminierung (36 KB)
(Kinderwelten Projektmaterialien Juli 2006, 4 S.)
   
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Kleine Kinder entwickeln ihr Verständnis von Gerechtigkeit: Im sozialen Miteinander entwickeln Kinder ein Konzept von Gerechtigkeit, das zunächst mit Vorstellungen von Gleichbehandlung verbunden ist: Es ist gerecht, wenn jede oder jeder gleich viele
Gummibärchen bekommt und beim Schaukeln gleich oft „drankommt“. Ungerecht ist, wenn jemand mehr oder weniger bekommt. Dieses auch auf sich selbst anzuwenden erfordert eine Überwindung von Selbstbezogenheit, die im Gerechtigkeitsbegriff von kleineren Kindern noch für Schieflagen sorgt. Sie empören sich insbesondere, wenn sie selbst weniger bekommen als andere. Ältere Kindergartenkinder pochen zum Teil rigide darauf, keine Abweichungen oder Ausnahmen zu erlauben. Mit ihrer Einsicht in unterschiedliche Bedürfnisse differenzieren sie ihren Begriff von Gerechtigkeit: David ist klein, der kann ein bisschen länger schaukeln. Noa verträgt keine Gummibärchen, sie bekommt deshalb mehr Kekse.
Konflikte gehören zum sozialen Lernen. Neben Fragen gerechter Verteilung beschäftigt Kinder, ob Menschen auch sonst gerecht und fair miteinander umgehen. Vor allem bei
Interessenkonflikten sind sie damit konfrontiert: Jemandem einfach etwas wegnehmen, ist nicht fair. Jemand hauen, obwohl der nichts gemacht hat, ist gemein. Zu viert gegen eine oder einen kämpfen ist mies. In Konflikten lernen Kinder viel über das Starksein und Schwachsein, übers Bestimmen und Sich-Fügen, über Grenzziehung und Grenzübertretung. Kinder entwickeln in der Gruppe mit Gleichaltrigen wichtige soziale Strategien, wie sie dazu gehören und gleichzeitig ihre Interessen durchsetzen können. Dazu gehören Kommunikationsfähigkeiten und die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können. Und auch die Wahrnehmung und Artikulation eigener Interessen und Wünsche.

Manche Konflikte haben mit Diskriminierung zu tun. Kinder entwickeln soziale Kompetenzen bei der Austragung von Konflikten in der Kindergemeinschaft. Wenn Erwachsene Konflikte vermeiden oder an ihrer Stelle lösen wollen, entgehen Kindern wichtige Lernerfahrungen. Konflikte, in denen Kinder auf Grund eines Merkmals ihrer Identität ausgegrenzt, schikaniert oder diskriminiert werden, können Kinder allerdings nicht alleine lösen

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  Einführungstext Ziel 4
Dokumentation der Fachtagung Bildung konsequent inklusiv im Juni 2010 Vorurteilsbewusste Bildung und Trägerqualität
Die Kita vorurteilsbewusst leiten 4 Ziele für die Arbeit mit Kindern
Kleine Kinder und Vorurteile Sprachliche Bildung
Zusammenarbeit mit Eltern
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