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Kleine Kinder haben doch noch keine Vorurteile, heißt es. Doch was gut gemeint ist, kann Kinder mit unangenehmen Erfahrungen alleine lassen – die sie auch im Kindergarten machen: Jana darf nicht mitspielen, weil sie ein Mädchen ist; Benjamin will nicht, dass die anderen „Schokokeks“ zu ihm sagen; Songül und Murat sollen nicht in die Puppenecke, weil sie „so komisch reden“; zu Dim sagen manche „Schlitzauge“ und über Carlottas Mama haben neulich ein paar Kinder gelacht, weil sie dick ist. ..

Es ist nicht zufällig, welche Merkmale hervorgehoben werden. Sie spiegeln gesellschaftliche Bewertungen wider, die entlang der Unterscheidung nach Geschlecht, Herkunft, Sprache, Religionszugehörigkeit, sexueller Orientierung, sozialer Schicht, körperlicher Beeinträchtigung usw. existieren. Diese Unterscheidungen sagen etwas über den gesellschaftlichen Status von Menschen aus und sie übermitteln sich Kindern aus vielfältigen Botschaften, die sie ihrer Umgebung entnehmen.

Doch Kinder bilden weder einfach nur ab, was sie hören oder sehen noch sind ihre Äußerungen genau so zu bewerten wie die Vorurteile, die Erwachsene äußern. Louise Derman-Sparks spricht in ihrem Anti-Bias-Ansatz von „Vor-Vorurteilen“ und meint damit bewertende Äußerungen über andere, mit denen Kinder bereits im dritten Lebensjahr die eigensinnigen Schlussfolgerungen zum Ausdruck bringen, die sie je nach ihrem kognitiven Entwicklungsstand aus Erfahrungen mit ihrem Körper und aus Beobachtungen ihrer sozialen und materiellen Umgebung ziehen.

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  Louise Derman-Sparks: Anti-Bias-Arbeit mit kleinen Kindern in den USA (106 KB)
     
   
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