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Wir haben doch alle Vorurteile, oder?
Haben ErzieherInnen mehr Vorurteile als andere?
Ist Vorurteilsbewusste Erziehung nicht in erster Linie Aufgabe der Eltern?
Auch Minderheiten haben Vorurteile, wieso bei der Mehrheit anfangen?
Werden Kinder nicht auf „Probleme“ hingewiesen, die noch keine sind?
Warum nicht einfach nur die Vielfalt feiern, sondern über Diskriminierung reden?
Wir haben keine Ausländer, brauchen wir den Ansatz überhaupt?
Warum gibt es den Ansatz nicht auch an Schulen?
Warum sind die anderen Bundesländer nicht beteiligt?
Passt ein Ansatz aus den USA für Deutschland?

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Wir haben doch alle Vorurteile, oder?

Niemand ist vor Vorurteilen gefeit. In privaten Beziehungen treiben sie munter ihre Blüten: Auf der Grundlage von Vorurteilen urteilt man schnell über andere, trifft Entscheidungen, mit wem man zu tun haben will und mit wem nicht usw. Doch die Auswirkungen von Vorurteilen überschreiten das Private. Sie wiegen teilweise schwer und das ist der Grund, sich mit ihnen zu beschäftigen, wie wir das in Kinderwelten tun. In ungleichen Machtverhältnissen werden Vorurteile häufig zur Rechtfertigung von Diskriminierung und Ausgrenzung mancher Menschen oder Gruppen von Menschen herangezogen. Je nachdem, welchen gesellschaftlichen Einfluss eine Person hat und wie weit sie sich bei ihrer Einflussnahme von ihren Vorurteilen leiten lässt, können solche Vorurteile Menschen privilegieren oder benachteiligen. Das heißt, sie bleiben keine „private“ Angelegenheit, ihre Auswirkungen gelangen in die öffentliche Sphäre, dahin, wo es um den Zugang zu Ressourcen und Beteiligungsmöglichkeiten von Menschen geht. Autoritätspersonen in öffentlicher Verantwortung und Menschen in Machtpositionen – hierzu gehören auch ErzieherInnen und LehrerInnen - sollten sich mit vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung befassen, damit sie sich dieser Reichweite ihres Handelns bewusst werden. Sie sollten es tun, um Machtvorteile nicht zu missbrauchen, die sie in ihrer öffentlichen Rolle oder über ihr Amt haben. Es ist allerdings ebenso sinnvoll im Privaten, da Etikettierungen, Vorurteile und stereotype Zuschreibungen auch in privaten Beziehungen das Zusammenleben ungemein erschweren können.

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Haben ErzieherInnen mehr Vorurteile als andere?

Fortbildungen zur vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung im Kindergarten richten sich nicht deshalb an pädagogische Fachkräfte, weil sie mehr Vorurteile als andere Gruppen in der Gesellschaft hätten. Jedenfalls ist uns darüber nichts bekannt. Wir wissen auch nicht, ob sie weniger Vorurteile haben als andere. Wie dem auch sei – es geht nicht darum, mit der Gruppe zu beginnen, die vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung „am nötigsten“ hat. Wer will sich anmaßen, das zu bestimmen? Dass wir bei der Fortbildung von ErzieherInnen ansetzen, hat eher pragmatische Gründe: Wir sind in erster Linie an der Entwicklung des Praxisfeldes Kindergarten interessiert sind und haben hier unseren fachlichen Schwerpunkt. Es sind hauptsächlich ErzieherInnen, die als Profis die Qualitätsentwicklung im Kindergarten tragen. Sie sind dem Anspruch verpflichtet, alle Kinder in ihren Bildungsprozessen zu unterstützen. Vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Lebensumstände, in denen Kinder in Deutschland aufwachsen, ist dies eine immense Anforderung. An uns alle. Wir unterstützen ErzieherInnen bei ihren Aufgaben.

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Ist Vorurteilsbewusste Erziehung nicht in erster Linie Aufgabe der Eltern?

Natürlich ist es sinnvoll, wenn sich Mütter und Väter damit beschäftigen, was sie als Eltern zur vorurteilsbewussten Erziehung ihrer Kinder beitragen können. Aber es ist nicht richtig, dass Kinder Vorurteile ausschließlich oder insbesondere von ihren Eltern lernen. Sobald sich ihr Bewegungsradius vergrößert, nehmen Kinder Informationen und Botschaften über die Welt und über Menschen von überallher auf. Deshalb erschrecken manche Eltern über Äußerungen ihrer Kinder, die sie so nie von ihnen gehört haben können. Wenn die Dreijährige sagt: „Nein, Saniye soll nicht mitessen, sie hat so dunkle Haut!“, dann sind die Eltern, die seit Jahren mit Saniye befreundet sind, schockiert. Möglicherweise hat das Kind genau eine solche Äußerung auch wirklich nirgendwo gehört. Es kann sein, dass es diese Äußerung „selbst gemacht“ hat. Kinder übernehmen nämlich Vorurteile nicht einfach 1:1 aus ihrer Umgebung. Sie verknüpfen das, was sie wahrnehmen, mit vorausgegangenen Informationen und dies immer gemäß ihrer wachsenden kognitiven Fähigkeiten. Man müsste ihre Äußerungen daher immer auch als Ausdruck ihrer gewachsenen Kompetenz und ihrer Klugheit sehen. Und es ist müßig, herausfinden zu wollen, woher sie es haben, denn einseitige Botschaften gibt es einfach überall. Wichtiger ist zu verstehen, was sie damit ausdrücken wollen und verständnisvoll und auch entschieden zu reagieren. Im Fall der Dreijährigen könnte es sein, dass sie lieber nicht in größerer Gesellschaft essen, sondern die eine Bezugsperson lieber „für sich“ haben wollte. Ein solches Bedürfnis ist legitim und dennoch kann ihm nicht immer entsprochen werden. Eltern sollten ruhig nachfragen und die Bedürfnisse der Kinder nicht verurteilen. Und sie sollten klarstellen, dass das Miteinander essen und die Hautfarbe der Freundin nichts miteinander zu tun haben. Was sie noch tun können: Für eine Lernumgebung sorgen, in der man aufmerksam ist für Stereotype und Stigmatisierungen. Nicht vorurteilsfrei sein, denn das ist niemand, sondern vorurteilsbewusst. Das gilt für Eltern, ErzieherInnen – für alle Erwachsenen, die Verantwortung tragen für eine „Kultur des Aufwachsens“.

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Auch Minderheiten haben Vorurteile, wieso bei der Mehrheit anfangen?


Angehörige der Mehrheit sind häufig empört oder enttäuscht darüber, dass ImmigrantInnen nicht toleranter oder aufgeschlossener sind als andere Menschen, obwohl sie es – so ist die Erwartung – auf Grund ihrer Erfahrungen doch sein müssten. Vorurteile im Sinne pauschaler Urteile über Menschen, positiver wie negativer, die auf Verallgemeinerungen und stereotypen Zuschreibungen beruhen, gibt es überall, wo Menschen zusammenkommen. Nicht nur die Angehörigen der Mehrheit haben Vorurteile, sondern Angehörige der Minderheiten ebenfalls. Warum auch nicht? Was sollte zum Beispiel Menschen mit türkischem Hintergrund daran hindern, Vorurteile gegen Deutsche, gegen Frauen, gegen Schwarze oder gegen Kurden zu haben? Dass jemand selbst das Opfer negativer Vorurteile ist, schützt ihn oder sie nicht automatisch davor, selbst welche zu entwickeln. Manche ImmigrantInnen oder andere Angehörige von Minderheiten sind tolerant und aufgeschlossen, andere lassen sich von ihren Vorverurteilungen leiten und zeigen wenig Bereitschaft, sie zu korrigieren. Das kann kränken und belastet die Kommunikation und Zusammenarbeit auf jeden Fall. Es nützt aber nichts, die Initiative für eine bessere Verständigung immer von der Gegenseite zu erwarten. Viel sinnvoller ist es, sie selbst und im eigenen Wirkungsbereich zu ergreifen, schon weil wir selbst uns wünschen, dass eine belastende Situation sich verbessern möge. Über kurz oder lang stellen sich kleine Erfolge ein, und wir machen die angenehme Erfahrung, aktiv und handlungsfähig zu sein.

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Werden Kinder nicht auf „Probleme“ hingewiesen, die noch keine sind?

Die Erfahrung, dass ein bestimmtes Merkmal eines Menschen zum Gegenstand von Hänselei und Spott oder sogar von Ablehnung und Ausschluss wird, machen Kinder täglich. Dabei können die „Parteien“ wechseln: Mädchen oder Jungen, die sich eben noch über ein Kind lustig machen, werden kurz darauf selbst zurückgewiesen oder ausgelacht. Es ist jedoch nicht dem Zufall geschuldet, welche Merkmale hervorgehoben oder zum Ausschlusskriterium gemacht werden. Hier spiegeln sich gesellschaftliche Bewertungen wider, die entlang der Unterscheidung nach Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religionszugehörigkeit, sexueller Orientierung, sozialer Schicht oder körperlicher Besonderheit existieren. Diese Bewertungen sagen etwas über den gesellschaftlichen Status von Menschen oder Menschengruppen aus, über Privilegien oder Benachteiligungen, die sie in bestimmten Konstellationen und Situationen haben oder akzeptieren sollen. Kinder sind vor diesen Realitäten nicht abzuschirmen. Wach und aktiv, wie sie sind, entnehmen sie ihrer Umgebung ständig Informationen über die Beschaffenheit dieser Welt, auch der sozialen Welt. So werden Vorurteile und Diskriminierung auch zu Angelegenheiten der Kinder. Gibt es keinen Widerstand dagegen, keine Beispiele von Solidarisierung und zivilgesellschaftlichem Engagement, können Kinder schlussfolgern, Ungerechtigkeiten wie die Abwertung und Ausgrenzung von Menschen seien in dieser Welt „normal“ und müssten hingenommen werden.

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Warum nicht einfach nur die Vielfalt feiern, sondern über Diskriminierung reden?

Zu den bedeutsamen Lebenssituationen von Kindern in Deutschland gehört die Vielfalt an Lebensweisen von Menschen, mit der sie in ihrem nahen und weiteren Umfeld konfrontiert sind. Sie sind es spätestens in den Kindertageseinrichtungen und Schulen, wenn sie mit Kindern aus Familien zusammen kommen, die anders aussehen, sich anders benehmen, anders sprechen, an einen anderen Gott glauben und anderes essen und feiern als ihre eigene Familie. Sie sind konfrontiert als Stadtkinder wie als Dorfkinder, als Kinder im Westen wie im Osten, als Kinder aus wohlhabenden wie aus armen Familien, als Kinder von Eltern, die jüngst hier eingewandert oder hierher geflüchtet sind wie auch als Kinder, deren Familien seit Generationen hier leben. Natürlich war auch die frühere „Homogenität“ nur eine relative, soziale Unterschiede und Zuwanderung z.B. hat es immer gegeben. Die Palette an Unterschieden ist zweifellos breiter und bunter geworden. Aber auch wenn ihnen die Werbung glauben machen will, Unterschiede seien schön, trendy, „in“ und als wäre es das einfachste der Welt, zusammen zu kommen und gemeinsam das Leben zu genießen (wie in „United Colours of Benetton“), so machen Kinder die Erfahrung, dass die Unterschiede unterschiedlich bewertet werden. Manche Merkmale von Menschen gelten als positiv, manche als negativ. Mit manchen Menschen ist Kontakt erwünscht, mit manchen nicht. Über manche hat man schlechte Meinungen, ohne jemals Kontakt gehabt zu haben. Es gibt Vorbehalte und Vorurteile, stereotype Bilder und Stigmatisierungen. Es gibt Unterschiede, die so unüberbrückbar erscheinen, dass Kinder nichts miteinander anfangen können und sich fern bleiben, auch wenn sie in derselben Kindergruppe oder Klasse sind. Wie Kinder die Bewertung von Unterschieden erleben, ist sehr stark daran geknüpft, welcher gesellschaftlichen Gruppe sie und ihre Familie angehören. Je nachdem, ob Kinder der dominanten Mehrheit oder einer marginalisierten Minderheit angehören, erleben sie die in den Werturteilen enthaltenen Normvorstellungen als Bestätigung oder Ablehnung ihres So-seins. Werden die Normvorstellungen nicht reflektiert, so bedeuten sie eine Beschädigung für alle Kinder durch die implizite Botschaft, anderen überlegen oder unterlegen zu sein.

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Wir haben keine Ausländer, brauchen wir den Ansatz überhaupt?

Der Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung richtet sich nicht in besonderer Weise an Einrichtungen mit einem hohen Anteil von ImmigrantInnen. Es geht in einem umfassenderen Sinne um Respekt für die Vielfalt und gleichzeitig das Nichtakzeptieren von Diskriminierung und Ausgrenzung. Dies ist überall da gefordert, wo ungleiche Machtverhältnisse dafür sorgen, dass bestimmte Merkmale von Menschen zur Benachteiligung oder zum Privileg gereichen – also praktisch überall in unseren Gesellschaften. Der Ansatz hilft zu erkennen, entlang welcher Unterscheidungen im jeweiligen Kontext Diskriminierung verläuft: Welches Merkmal spielt welche Rolle? Welche Auswirkungen hat die Privilegierung, welche die Benachteiligung? Welche Interessen werden dadurch unterstützt? Welche Formen der Verinnerlichung von Dominanz und Unterdrücktsein gibt es? Sozioökonomische und zeitgeschichtliche Entwicklungen spielen eine Rolle. So zeigten erste Reflexionen in unserem Projekt, dass die Sozialisation der Beteiligten in Süddeutschland stark geprägt ist von Zugehörigkeiten zur christlichen Kirche und dass sich Ausgrenzung daran festmachte, welcher Konfession man angehörte. Die Thüringer KollegInnen erinnern sich, dass in der DDR die Scheidelinie eher zwischen Nicht-Konfessionellen und Konfessionellen verlief und mit Repressionen für die Konfessionellen verbunden war. Das Gute am Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung: Es werden Ursachen und Reichweite der abwertenden Unterscheidungen in den Blick genommen, die es in einem bestimmten Kontext tatsächlich gibt und unter denen Menschen leiden. Ziele ist, sie nicht länger hinzunehmen und damit dort zu beginnen, wo kleine Kinder sind: in Kitas.

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Warum gibt es den Ansatz nicht auch an Schulen?

Der Anti-Bias-Approach wurde in Kalifornien für Kinder ab 2 Jahren in Kinderkrippen und Kindergärten entwickelt und von uns für kleine Kinder im Kitabereich adaptiert. Der Ansatz eignet sich – mit Modifikationen – sicherlich auch für Schulen und andere Einrichtungen. Die historische Kluft zwischen Jugendhilfe und Schule in Deutschland lässt sich aber nicht so leicht überbrücken: Die notwendige Weiterentwicklung des Ansatzes für Schulkinder muss auch bezogen werden auf eine andere professionelle Kultur (Selbst- und Berufsbild von LehrerInnen, Unterrichtsorganisation) und auf andere Strukturen (Schulorganisation, Aus- und Weiterbildung). Wir wagen dies mit einem kleinen Projekt zur Arbeit mit Persona Dolls in Eingangsklassen in Berliner Grundschulen, ab Frühjahr 2006. Vor dem Hintergrund der PISA-Ergebnisse, die insbesondere den homogenisierenden Umgang mit Vielfalt an deutschen Schulen bemängeln, finden wir eine Ausweitung des Ansatzes Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung auf Schulen besonders wichtig und sinnvoll. Zahlreiche Anfragen aus dem Schulbereich lassen vermuten, dass auch LehrerInnen schon einiges ausprobiert haben und nun wieder auf der Suche nach sinnvollen und praktikablen Konzepten sind: „Vielfalt ist nicht einfach nur schön und bereichernd und sie ist auch nicht per se ein Problem – aber welcher Umgang ist sinnvoll im Unterricht?“

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Warum sind die anderen Bundesländer nicht beteiligt?

Ist eine Frage der Ressourcen. Wir haben nicht die Mittel, ein flächendeckendes Projekt durchzuführen. Allerdings war es in der Werbephase auch nicht so einfach, Träger für diese mehrjährige Verpflichtung und inhaltliche Schwerpunktsetzung zu gewinnen. Es ist daher auch eine Frage der Bereitschaft und des Interesses. Dieses weiter zu wecken ist Ziel des laufenden Projekts, damit bundesweit ein Netzwerk von Menschen und Einrichtungen entsteht, die sich Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung verpflichten. Es kann ein Schritt in Richtung „mainstreaming“ sein: Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung nicht zu sehen als etwas Zusätzliches, das einige SpezialistInnen vertreten, sondern als Grundlage von Bildungsprogrammen, von Curricula der Erzieherfachschulen, von Kitakonzepten.

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Passt ein Ansatz aus den USA für Deutschland?

Natürlich müssen die Strategien und Schwerpunkte einer vorurteilsbewussten Arbeit in Deutschland andere sein als in Kalifornien. Adaptationen in anderen europäischen Ländern (Niederlande, Belgien, Großbritannien) belegen die Notwendigkeit, den gesellschaftlichen Kontext jeweils genau zu bestimmen. Unsere bisherigen Erfahrungen im Projekt Kinderwelten legen nahe, dass wir sehr viel deutlicher die Vielfalt und die Diskriminierungen entlang von Sprache und sozialer Klasse berücksichtigen müssen, als es in den vorliegenden Schriften zum Anti-Bias-Approach aus den USA der Fall ist, die sich stark auf die Hautfarbe beziehen. Die Ziele und Prinzipien erscheinen uns allerdings sehr hilfreich, um bisherige Konzeptionen interkultureller Pädagogik deutlicher auf Fragen von Ausgrenzung und Diskriminierung zu fokussieren und hierbei das Erleben und die Deutungen der Kinder in den Blick zu nehmen. Es ist dies eine Aufmerksamkeitsrichtung, die bisher vernachlässigt wurde. Diesem Versäumnis ist es wohl mit anzulasten, dass hiesige interkulturelle Arbeit nach wie vor oft „touristisch“ oder „farbenblind“ angelegt ist.

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